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Vom Tabu zur informierten Erinnerungslosigkeit
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt
Mittwoch 20. Mai 2015, 19.30 Uhr, Heuscheuer

Stapelfeldt - Kritik der sozialwissenschaftlichen Verdrängung
des Nationalsozialismus

Wenn Horkheimers und Fromms Aufklärung der inneren Struktur des Bür­gers des autoritären Staates, des sado-masochistischen Charakters, zutrifft: dieser habe die anonym-irrationalen Verhältnisse so vollständig verinner­licht, dass er zur bloßen Personifikation von Verhältnissen gebildet sei, die ihm nur noch als ein „unabänderliches“, „blindes und allmächtiges Fatum“ erschienen, dann ist mit der Ausführung des Staatsterrors bereits dessen spä­tere Verdrängung mitgesetzt. Schon der autoritäre Staat war eine Gemein­schaft gesellschaftlich bewußtloser Bürger; schon der autoritäre Staat war das „Schreckbild einer Menschheit ohne Erinnerung“.
Die deutschen Sozialwissenschaften leisteten einst durch ihren von Fichte bis Sombart und Freyer reichenden Weg in den Nationalsozialismus nicht bloß einen bedeutenden Beitrag zur Legitimation des „autoritären Staates“ und zur Realisierung des Massenmords. Sie trugen nach 1945 auch zur Verdrängung der „Barbarei“ bei: durch Tabuisierung, durch Verweis der Verbrechen in eine vergangene Vergangenheit, durch die Konstruktion des Nationalsozia­lismus als einer geschichtlichen Regression, durch informierte Erinnerungs­losigkeit. Die Soziologie in der Bundesrepublik Deutschland hat das herr­schende Selbstverständnis formuliert, aber nicht aufgeklärt.
Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg.

Schwundgeld gegen Zinsknechtschaft. Der Fall Silvio Gesell
Vortrag von Peter Bierl
Dienstag 25. Nov. 2014, 19.30 Uhr, Buchhandlung Schöbel, Plöck 56a

Bierl - Schwundgeld gegen Zinsknechtschaft. Der Fall Silvio Gesell

"Ich glaube, daß die Zukunft mehr vom Geiste Gesells als von jenem von Marx lernen wird", prophezeite der Ökonom John Maynard Keynes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und angesichts der Konjunktur, die die Geld- und Zinskritik in der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus erlebt, muss man diese Prognose wohl als hellsichtig bezeichnen.
Von Attac bis Occupy, von David Graeber bis Sahra Wagenknecht wünscht man sich eine "Marktwirtschaft", in der nicht "die Menschen für das Geld, sondern das Geld für die Menschen da ist".
Da liegt die Idee nicht fern, mit Schwund- und Regionalgeld eine "natürliche Wirtschaftsordnung" zu errichten, in der ganz ohne Spekulation und Wucher 1 Stunde Arbeit gegen 4 Talente wie beim "Tauschring Heidelberg" verrechnet werden.
Neu sind solch verquere Vorstellungen nicht. In seinem Vortrag wird sich Peter Bierl, Autor des Bandes "Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn", mit den Lehren Silvio Gesells (1862-1930) befassen, welche unter Globalisierungsgegnern und Kritikern des "Finanzkapitalismus" auch heute noch hohes Ansehen genießen.

Noam Chomsky – Kronzeuge und Ikone der Linken gegen die USA und Israel
Vortrag von Dr. Klaus Thörner (Oldenburg)
Mittwoch 17. Sep. 2014, 19.30 Uhr, Buchhandlung Schöbel, Plöck 56a

Loick - Kritik der Souveränität

Noam Chomsky, em. Professor vom Massachusetts Institute of Technology und ein bekannter Linguist, ist seit Mitte der sechziger Jahre ein vor allem von Linken gefeierter Radikaler. Libertäre beziehen sich auf ihn genauso wie Medienkritiker und Menschenrechtsaktivisten. Wenn sie etwa bei den Occupy-Protesten antiamerikanische und antiisraelische Parolen in die Kameras rufen, nehmen sie oft Anleihen bei Chomsky. Darum soll es im Vortrag gehen.

Die Arbeit nieder!
Eine Intervention zum 1. Mai von Stephan Grigat

Arbeitsfetischismus

Bildung ist keine Ware?
"Anmerkungen zu einer politischen Parole" sowie "Der Aufbruch des konformistischen Geistes" von Gerhard Stapelfeldt

Bildung ist keine Ware

Hört auf zu studieren - fangt an zu begreifen!
Anlässlich des "Bildungsstreiks", der sich inhaltlich fast ausschließlich mit Appellen an den Staat begnügte, möchten wir nicht nur allen Studierenden die Gelegenheit bieten, sich über ihre bornierten Forderungen Gedanken zu machen. Ein Text der Situationistischen Internationalen soll dabei helfen. Also, Hausaufgaben machen und dann Deutschland kaputt streiken!

Das Elend im Studentenmilieu

Die Situationistische Internationale
Biene Baumeister und Zwi Negator referierten am 11. Oktober 2007, im Rahmen des 'Roten Oktober' des Heidelberger Forums für kritische Theorie, zum Thema "Spektakel, Kunst und Gesellschaft - Was war die Situationistische Internationale". Wer sich weitergehend für das Thema interessiert, oder die Veranstaltung verpasst hat, findet hier einen Text zum reinlesen. Zu empfehlen ist auch die zweibändige Einführung der ReferentInnen zur Situationistischen Revolutionstheorie, die in der theorie.org Reihe erschienen ist.

Broschüre zu Rechten Tendenzen an der Uni Heidelberg
Unter dem Titel 'Heidelberg, Du Feine!' haben wir im Juni 2006 eine Broschüre zu rechten Tendenzen und Ideologien an der Universität Heidelberg herausgebracht. Diese kann per e-mail gegen einen Unkostenbeitrag bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden.

PE: Burschenschafter will nicht "Neonazi" genannt werden
Matthias Müller ist Sprecher der rechtsextremen Burschenschaft Dresdensia-Rugia in Gießen und Vorsitzender des Regionalverbandes Süd-West der neofaschistischen Jungen Landsmannschaft Ostpreußen (JLO). Vor seinem Wechsel nach Gießen studierte er in Heidelberg, wo er sich ebenfalls als Sprecher einer rechtsextremen Burschenschaft, der Normannia, von sich Reden machte. Auch nimmt er gerne an Naziveranstaltungen und Aufmärschen von NPD und freien Kameradschaften teil (mehr in unserer Broschüre).
Als "Neonazi" bezeichnet zu werden, wie im Sommer 2005 auf Plakaten an der Heidelberger Uni, empfindet er dennoch als Beleidigung. Das sah auch das Heidelberger Landgericht so, dass am 30. November 2006 einen vermeintlich dafür verantwortlichen Antifaschisten wegen "Beleidigung" zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilte. Hierzu die Presseerklärung des antifa ak.

Die Linke und der Fußball
In diesem anlässlich der Fußball-WM 2006 in Deutschland verfassten Flugblatt haben wir versucht, die strukturelle Verwandtschaft von Fantum und Fußballwahn mit der kollektiven Identität der Nation darzulegen. Ob wir damit unser Ziel einer kritischen Auseinandersetzung der Linken mit diesem Thema anzuregen erreicht haben, mag jedeR selbst beurteilen.

 

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Jungle World

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contra.funk Radiosendung
Jeden ersten Sonntag im Monat läuft von 13-14 Uhr die Radiosendung des Autonomen Zentrums (im Exil) Heidelberg beim bermuda.funk auf 89,6 in Mannheim und 105,4 in Heidelberg oder im Livestream. Weitere Infos zur Sendung gibt es hier.

Offenes Antifa Treffen
In Heidelberg findet jeden ersten Freitag im Monat ein Offenes Antifa Treffen statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Café Gegendruck.

Warum können Marxisten nicht lesen? Der Anfang des "Kapital" und das Ende des Kapitalismus
Vortrag von Joachim Bruhn

Paulo Freires Pädagogik der Befreiung: Bildung und Revolution
Vortrag von Gerhard Stapelfeldt

Mittlerer Osten im Wandel - Aussichten nach einem Jahr arabischer Umbrüche
Vortrag von Thomas von der Osten-Sacken

Weitere Termine
für Heidelberg und Umgebung gibt es auf den Seiten des Heidelberger Sozialforum.